Freitag, 03 November 2017 11:03

Schengen-Visum

geschrieben von

Für welche Personen ist das Schengen-Visum gedacht?

Nach Einführung des Schengen-Visa im Jahr 2010, erstetzt dieses Visum das ehemlas Touristenvisum für Deutschland und erleichtet somit die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland und dem Schengen-Raum. Es eignet sich hervorragend für Kurzaufenthalte mit einem Reiseunternehmen oder selbstgeplante Bagpacker (sogenannte Rucksacktouristen) Rundreisen in Europa, aber auch für Familienbesuche. Angehörige eines Mitgliedstaates der Europäischen Union können ohne Visum nach Deutschland einreisen. Bürger anderer Herkunftsländer müssen ein Visum für die Einreise nach Deutschland und dem Schengen-Raum beantragen.

Geltungsbereich des Schengen-Visum

Mit einem einheitlichen Schengen-Visum können folgende Länder bereist werden: Österreich, Belgien, Tschechien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portogal, Slowenien, Slowakei, Spanien, Schweden, Schweiz.

Kategorien des Schengen-Visum

Ein Schengen-Visum, das von einem Mitgliedsstaat des Schengen-Raums ausgestellt wurde, berechtigt den Inhaber, sich innerhalb des Schengen-Gebietes, und zwar in Schengen-Mitgliedsstaaten der EU als auch in EFTA-Schengen-Mitgliedsstaaten für die Dauer der Gültigkeit und innerhalb der zeitlichen Begrenzung frei zu bewegen.

Je nach der Kategorie des Visums, das von einer Botschaft oder einem Konsulat eines Schengen-Landes ausgestellt wurde, gibt es unterschiedliche Beschränkungen, die in Übereinstimmung mit dem Reisezweck und anderen relevanten Umständen für das jeweilige Visum gelten. 

Je nach dem Zweck der Reise schließt das einheitliche Schengen-Visum alle zwei Visum-Kategorien ein: „A“ und „C“.

  • Kategorie „A“ ist ein Flughafen-Transitvisum, das dem Inhaber erlaubt, sich im internationalen Transitbereich eines Flughafens des Schengen-Raums aufzuhalten, ohne das Schengen-Land zu betreten. Ein Flughafen-Transitvisum wird von allen Personen benötigt, die von einem Drittland in ein anderes Drittland reisen und den Flug auf dem Flughafen eines Schengen-Staates wechseln.
  • Kategorie „C“ ist ein Kurzaufenthaltsvisum, das dem Inhaber erlaubt, sich für einen bestimmten Zeitraum, abhängig von der Gültigkeit des Visums, in einem Schengen-Staat aufzuhalten. Diese spezielle Kategorie kann je nach dem Zweck der Reise in folgender Form erteilt werden:

Das Single-Visum oder auch Einfach-Visum erlaubt dem Inhaber die einmalige Einreise in ein Schengen-Land. Bei Verlassen des jeweiligen Schengen-Landes erlischt die Gültigkeit des Visums, selbst wenn die genehmigte Aufenthaltsdauer für dieses Land noch nicht abgelaufen ist.

Beim Double-Entry-Visum, auch Zweifach-Visum genannt, gelten die gleichen Bedingungen wie beim Single-Visum, wobei Sie zweimal in einen Schengen-Staat einreisen dürfen, was bedeutet, dass Sie während der Gültigkeitsdauer des Visums problemlos in einen Schengen-Staat einreisen, wieder ausreisen und erneut dort einreisen dürfen. Sobald Sie zum zweiten Mal aus diesem Land ausreisen, erlischt die Gültigkeit des Visums.

Das Multiple-Entry-Visum, auch Mehrfachvisum genannt, erlaubt das unbegrenzte Überschreiten der Staatsgrenzen eines Schengen-Landes. Dieses Visum erlaubt es dem Inhaber jedoch, sich im Schengen-Raum für eine Höchstdauer von 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres aufzuhalten, mit Beginn des Zeitraums zum Datum des Überschreitens der Staatsgrenze zwischen einem Schengen-Mitgliedsstaat und einem Drittland. 

Voraussetzung für die Erteilung von kurzfristigen Visa (Schengen-Visum)

Seit dem 5. April 2010 bildet die Verordnung (EG) Nr. 810/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Juli 2009 über einen Visakodex der Gemeinschaft (Visakodex) die in sämtlichen Schengen-Staaten unmittelbar geltende europarechtliche Grundlage für die Erteilung von Visa für die Durchreise durch das Schengen-Gebiet oder für kurzfristige Aufenthalte im Schengen-Gebiet von höchstens 90 Tagen je 180 Tagen.

Der Visakodex normiert die Visumerteilungs­­voraussetzungen, deren Vorliegen im Rahmen des Visumverfahrens von der Auslandsvertretung geprüft werden müssen. Die zuständige Auslandsvertretung entscheidet über die Visumerteilung im Rahmen einer Ermessensentscheidung, in die sämtliche Umstände des jeweiligen Einzelfalles einfließen.

Ein Anspruch auf Erteilung eines Schengen-Visums besteht nicht.

Das Vorliegen folgender Visumerteilungsvoraussetzungen muss von der Auslandsvertretung bei jedem einzelnen Visumantragsteller positiv festgestellt werden:

  1. Plausibilität und Nachvollziehbarkeit des Reisezwecks in Deutschland
  2. Finanzierung der Lebenshaltungs- und Reisekosten aus eigenem Vermögen bzw. Einkommen
  3. Bereitschaft des Visuminhabers, vor Gültigkeitsablauf des Visums wieder aus dem Schengen-Raum auszureisen,
  4. Vorlage einer für den gesamten Schengen-Raum und für die gesamte Aufenthaltsdauer gültigen Reisekrankenversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 30.000 Euro.

Ist der Nachweis einer eigenen Finanzierung nicht möglich, kann die Finanzierung durch Abgabe einer förmlichen Verpflichtungserklärung gemäß §§ 66, 68 des Aufenthaltsgesetzes durch eine dritte Person nachgewiesen werden. Zuständig zur Entgegennahme einer solchen Erklärung ist in der Regel die Ausländerbehörde am Wohnort des sich Verpflichtenden.

Personen, deren Einreise in den Schengen-Raum die Sicherheit oder die öffentliche Ordnung in den Schengen-Staaten gefährden würde oder die eine oder mehrere der oben genannten Erteilungsvoraussetzungen nicht erfüllen, können kein Visum erhalten.

Im Falle der Ablehnung eines Visumantrags werden dem Antragsteller die für die Ablehnung maßgeblichen Gründe mitgeteilt. Gegen die Entscheidung der Auslandsvertretung steht jedem Antragsteller der Rechtsweg offen.

Antragsverfahren

Der Visumantrag ist vom Antragsteller grundsätzlich persönlich bei der Auslandsvertretung an seinem Wohnort mit allen erforderlichen Unterlagen einzureichen. Um zeitaufwändige Nachforderungen zu vermeiden, sollten Reisende sich rechtzeitig vor Reisebeginn auf der Internetseite der zuständigen Auslandsvertretung über das Visumverfahren und die bei Beantragung des Visums vorzulegenden Unterlagen informieren.

Das Visumantragsformular erhalten Reisende bei Antragstellung kostenlos von der jeweiligen Auslandsvertretung (in der ortsüblichen Sprachfassung). Die hier abrufbaren Formulare (s. rechts) können ebenfalls bei der zuständigen Auslandsvertretung eingereicht werden. Sie sind jedoch immer im Original in der von der Auslandsvertretung benutzten Sprachversion vorzulegen. Antragsformulare können auch kostenlos von der Internetseite der zuständigen Auslandsvertretung heruntergeladen werden.

Bearbeitungsdauer

Im Regelfall benötigen die Auslandsvertretungen zwischen zwei und zehn Arbeitstagen, um über einen Antrag für ein Visum für einen kurzfristigen Aufenthalt zu entscheiden. Bei einem Antrag für ein Visum, das zu einem längerfristigen Aufenthalt oder zur Arbeitsaufnahme berechtigt, muss mit einer mehrmonatigen Bearbeitungszeit gerechnet werden.

Visumgebühren

Die Visumgebühr beträgt einheitlich für alle Kategorien 60 Euro.

 

 

 

Gelesen 1105 mal Letzte Änderung am Sonntag, 17 Juni 2018 11:45
Mehr in dieser Kategorie: Nationales Visum »